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Barça Innovation Hub
Beitrag wurde erstellt am Montag, 8. Juli 2019
Autor: Ray Singca |
Fortbildung
Nachdem ich im Dezember 2017 den BSO Zertifikatskurs zum Sportverein-Manager abgeschlossen hatte, war ich prinzipiell direkt danach auch schon wieder auf der Suche nach einer neuen Fortbildungsmöglichkeit. Im Wesentlichen, um einige Inhalte aus dem BSO-Kurs zu vertiefen und um andere Perspektiven zu gewinnen. In Österreich wurde ich diesbezüglich aber nicht so richtig fündig, weshalb ich mir dann mehrere Sport-Manager-Kursprogramme in Europa angesehen hatte. Gefunden habe ich neben anderen passenden Alternativen dann auch das Barça Innovation Hub, wofür ich mich dann schließlich aufgrund der verschiedenen Knowledge Areas und natürlich auch wegen dem dahinterstehenden Namen und der damit verbundenen Qualität entschieden habe.
Barça Innovation Hub
Grundsätzlich geht es beim Innovation Hub um das "Center for Sports Knowledge and Innovation" des FC Barcelonas. Und treffender kann man es nicht benennen. Dahinter steht nicht nur das geballte Wissen eines der bedeutendsten Fußballvereine der Welt, sondern auch Daten und Erfahrungswerte aus anderen Sportarten (bspw. Basketball), in denen sich der FC Barcelona ebenfalls etablieren konnte, was das Angebot aus meiner Sicht dann auch vielseitiger und nicht so fußballorientiert machte. Dieses über etliche Dekaden angesammelte Wissen, wird dabei in sieben Bereiche unterteilt: Team Sports, Sports Performance, Analysis and Sports Technology, Health and Wellness, Fan Engagement and Big Data, Smart Facilities und Social Impact. Große Themen, die neben Trainern auch Berufsbilder wie Sports Manager, Sportmediziner oder bspw. auch Juristen umfassen. Aus diesen Knowledge Areas ergeben sich aktuell 26 Zertifikats- bzw. Master-Kurse.
Communication in Sports Organizations
Nach kurzer Überlegungszeit und der Entscheidung zwischen dem Certificate in Sports Marketing and Sponsorship und dem Certificate in Communication in Sports Organizations, fiel die Wahl auf letzteres, da das Kursprogramm auch einen Social Media Schwerpunkt aufweist, was mich persönlich sehr interessiert hatte. Über den ausgewählten Zertifikatskurs nun etwas mehr:
Kursaufbau
Generell zielt der Kurs auf neue und auf bereits in diesem Feld arbeitende Sports Manager ab. Begleitet wird dieser von Jimmy SANDERSON und Sean D. WILLIAMS, zwei absoluten Experten auf diesem Gebiet. Aufgebaut ist er als vier monatiger Online-Kurs. Dabei wird der Zertifikatskurs in vier Teilkurse unterteilt: Communication Issues, Social Media Strategies, Public Relations und Marketing. Die einzelnen Teilkurse sind dann über die digitale Learning Platform nacheinander für jeweils einen Monat zugänglich. In dieser Zeit hat man die Möglichkeit sich die Lernunterlagen anzusehen, die Assessments abzugeben, die Teil- und Endprüfungen zu machen, Feedback mit Kurskollegen (potenziellen Sports Professionals) auszutauschen und natürlich auch um mit den Betreuern in Kontakt zu treten. Danach schließt sich der Teilkurs, wird benotet und ist nicht mehr aufrufbar!
Kursbetreuung
Die Betreuung war durchwegs zufriedenstellend. Kontaktieren konnte man die Betreuer direkt über die Plattform, die eigentlich immer (trotz Zeitzonenunterschiede) innerhalb weniger Stunden geantwortet haben. Auch an Wochenenden! Dabei waren sie immer sehr hilfsbereit und haben auch von sich aus Announcements in regelmäßigen Abständen versendet. So war man eigentlich stets gut informiert und wusste auch über Deadlines gut Bescheid. In dringenden Fällen bot die Website auch einen Live Chat an, der vor allem bei technischen Problemen (Login-Issues, Platform-Issues, etc.) sehr kompetent und vor allem schnell war.
Lernmaterialien
Auf der Lernplattform werden sowohl Text- als auch Video-Materialien zur Verfügung gestellt, die die zu erlernenden Konzepte und Inhalte meiner Meinung nach wirklich gut veranschaulichen. Ich hätte während der gesamten Zeit eigentlich nicht das Gefühl gehabt, dass die Lernmaterialien unzureichend oder irrelevant wären. Basierend auf diesen Unterlagen, ließen sich die dazugehörenden Assessments an und für sich gut bewältigen. Ausgelassen habe ich am Ende dann aber die Videos, da die lediglich den Charakter einer Zusammenfassung hatten.
Assessments
Wie oben schon erwähnt, ist der gesamte Zertifikatskurs in vier Teilkurse geteilt. Diese sind dann wiederum in jeweils vier Module gesplittet, für die jeweils ein Assessment und ein Quiz zu absolvieren sind. Letzteres gilt aber nur der Selbstkontrolle und wird nicht benotet. In die Beurteilung fließen also nur die vier Aufgaben (Papers, Graphiken, Slides, etc.) und die Endprüfung für den jeweiligen Teilkurs. Der Aufwand für die Assessments variiert relativ stark. Während einige davon in einigen Minuten zu erledigen sind, hat mich das Paper inklusive Research beim jeweils vierten Modul jedes Teilkurses (im Normalfall mehrseitige Konzepte) eigentlich immer mehrere Stunden gekostet.
Aufwand
Ausgeschrieben ist für den Kurs ein wöchentlicher Aufwand von 6-8 Stunden pro Woche. Das halte ich persönlich für eine sehr vorsichtige Schätzung, muss aber sagen, dass der Aufwand auf jeden Fall gegeben ist und man doch Zeit dafür einplanen sollte. Die Aufgaben einfach so nebenbei erledigen, geht nicht. Ich schätze, dass ich pro Teilkurs mit durchschnittlich 10-12 Stunden pro Monat ausgekommen bin. Das variierte aber und kam relativ stark auf die Art der Assessments an.
Abschlussprüfung & Zertifikat
Auch die Abschlussprüfung findet zur Gänze online statt und steht einem nach der Beendigung des letzten Teilkurses für 365 Tage zur Verfügung. Der Test besteht im Normalfall aus Single-Choice-Fragen. Sollte man ihn nicht bestehen, kann er einmalig wiederholt werden. Für die Beantwortung der Fragen bekommt man zehn Minuten. Zur positiven Absolvierung benötigt man einen Mindestscore von 70%. Sollte man die Abschlussprüfung innerhalb der Frist nicht machen oder schlichtweg in den beiden Versuchen nicht bestehen, erhält man statt dem angestrebten Verified Certificate of Approval eine einfache Teilnahmebestätigung. Sichergestellt wird die Validität dieser Prüfung durch mehrere Security Checks durch RPNow. Vor der Abschlussprüfung muss dieses Softwarepaket installiert werden, welches während der Prüfung dann die Umgebung scannt, weshalb ein Computer mit Kamera und Mikrofon zwingend notwendig ist. Die Software selbst vorweg bereits sicher, dass die Hardwarevoraussetzungen gegeben sind und prüft das Setup.
Fazit
Persönlich fand ich den Kurs sehr bereichernd und konnte einiges dazulernen. Zugegeben, einige Konzepte kannte ich schon aus der Uni. Von dort aber eben oft nur als rein theoretische Marketingkonzepte. Sie innerhalb dieses Zertifikatskurses in Zusammenhang mit dem Sports Business zu sehen, fand ich auf jeden Fall sehr wertvoll. Besonders gut gefallen hat mir die praxisnahe Erstellung von verschiedenen Marketingkonzepten und das dazu erhaltene Feedback von Betreuern und anderen Sports Professionals. Unterm Strich eine wirklich tolle Lernerfahrung. Més que un club!