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Here to Stay: Frauen im Sports Business

Beitrag wurde erstellt am Montag, 15. Februar 2021
Autor: Anna Andre | Management

 

Zu Beginn will ich mich erst einmal für die Einladung bedanken, einen Beitrag für euren Blog zu schreiben! Ich freue mich wirklich sehr über diese Möglichkeit. Ich bin Anna ANDRE, 24 Jahre alt und bin für die Bereiche Team Management und Social Media bei den Basketball Löwen Braunschweig, einem Club der easyCredit Basketball Bundesliga, zuständig. Bei den Löwen bin ich jetzt seit knapp einem Jahr, genauer seit November 2019. Davor habe ich drei Jahre lang dual International Business an der DHBW (Duale Hochschule Baden-Württemberg) studiert und meinen praktischen, kaufmännischen Ausbildungsteil beim Schulmöbelhersteller VS, also doch sehr weit weg von der Sportbranche, gemacht.

Ich komme ursprünglich aus der Nähe von Würzburg im schönen Unterfranken und bin hierdurch mit Basketball direkt vor der Nase in Form von Dirk NOWITZKI, Maxi KLEBER und s.Oliver Würzburg (früher Baskets oder XRays) aufgewachsen. Während meines Studiums konnte ich dann nicht nur als Fan bei Spieltagen dabei sein, sondern habe von 2017 bis 2019 in der s.Oliver Arena auch als Spieltagshelferin im Merchandise gearbeitet.


Der Weg ins Sports Business



Ich wusste nach meinem Bachelorstudium, dass ich unbedingt im Marketingbereich arbeiten wollte, am liebsten für Onlinemedien und Social Media. Bei meiner Suche habe ich mich allerdings nicht auf eine bestimmte Branche festgelegt und bin dann eher durch Zufall auf eine Stellenanzeige für genau diese Bereiche bei einem BBL Club gelandet. Da ich so meine Interessen perfekt miteinander verbinden konnte, habe ich mich direkt beworben - und bin am Ende zwar nicht bei diesem Club gelandet, über die Agentur KIM SportsManagement, die am Bewerbungsprozess beteiligt war, dann allerdings bei den Basketball Löwen Braunschweig.

Aktuell werden wir den meisten wahrscheinlich dadurch bekannt sein, dass Dennis SCHRÖDER seit Sommer Alleingesellschafter der Löwen ist - und damit der einzige (NBA-)Spieler, der Anteile an einem Basketball-Club in Deutschland besitzt. Im November 2019 habe ich als Assistenz der Geschäftsführung angefangen und Anfang 2020 dann den Bereich Team Management für unsere BBL Mannschaft von einer ausgeschiedenen Kollegin übernommen.


Basketball Löwen Braunschweig



Zu meinen Hauptaufgaben gehört hier z.B. die Verwaltung aller Spielerunterlagen, An- und Rückreiseplanung der Spieler im Sommer und die Organisation von Auswärtsfahrten (Bus & Hotel). Bedingt durch die Corona-Pandemie kümmere ich mich außerdem noch um alle Hygieneunterlagen (PCR-Testergebnisse, Versenden der Spieltagsmeldungen, Hygienekonzepte, etc.). Die Auflagen und Beschränkungen sorgen außerdem dafür, dass wir diese Saison leider keine Team-Events organisieren können - was natürlich sehr schade ist.

Bei Social Media kümmere ich mich um die Bespielung all unserer Kanäle: Instagram, Facebook, Twitter und LinkedIn. Der Fokus liegt dabei seit dieser Saison vor allem auf Instagram, wobei die Stories natürlich eine große Rolle spielen. Gerade während Corona sind Live-Einblicke für die Fans ein großer Faktor, um trotz unzugänglicher Hallen irgendwie noch einen Hintergrundeinblick zu bekommen. Wir haben deshalb z.B. auch neue Formate wie z.B. unseren Live Fantalk über Instagram nach jedem Heimspiel eingeführt.

Nachdem wir im Sommer unser Logo und unsere Farben geändert haben, haben wir natürlich auch unseren Onlineauftritt dahingehend verändert. Schwarz und Gold erzielt da natürlich ein ganz anderes Bild als zuvor Blau und Gelb. Bildauswahl für Posts und die dazugehörigen Captions, die an die jeweiligen Zielgruppen auf den Kanälen angepasst werden, liegen in meiner Hand. Grafiken bekommen wir aktuell noch überwiegend von externen Dienstleistern.


Daily Business



Ein typischer Arbeitstag, z.B. ein Montag, sieht bei mir so aus, dass ich mir erst einmal Gedanken mache, was in der aktuellen Woche so ansteht: Heim- oder Auswärtsspiele, für die ein Post-Upload Kalender geplant, Bus oder Hotel organisiert werden müssen. Je nachdem ob Heim- oder Auswärtsspiel, posten wir vorher unterschiedlich viel Content. Bei Heimspielen natürlich deutlich mehr. So gibt es z.B. vor Spielen in der Volkswagen Halle noch zusätzlich das (online) Spieltagsmagazin und ein "Duell im Fokus" (je ein Spieler der eigenen und gegnerischen Mannschaft im Vergleich) und am Tag danach den "Man of the Match" - das lässt sich allerdings nie voraussagen. In Absprache mit dem Marketing und der Presse/Kommunikation plane ich dann für die "Lücken" zwischen dem fest eingeplanten Content noch ein paar flexible Themen ein. Das kann alles sein. Von Trainingseindrücken, Sponsorenposts bis hin zu Social Challenges.

Auch wenn ich mir einen Job im Team Management nie hätte vorstellen können, umso mehr macht mir gerade die Organisation und Planung sehr viel Spaß.

Unterkünfte und Transfer bei Roadtrips buche ich aktuell aufgrund der Corona-Bestimmungen und eventuellen Spielabsagen zwar nur ca. 4 Wochen im Voraus, allerdings müssen in der Woche vor Anreise die Ablaufpläne an die Coaches, Staff, Hotel und Busunternehmen verschickt oder Taxis für den Weg zum Training am Spieltag organisiert werden.

Vielleicht hat man zuerst den Eindruck, dass beide Stellen so überhaupt nicht zusammenpassen. Allerdings kann ich dadurch tatsächlich viele Sachen verbinden und direkte Absprachen mit den Spielern sind einfacher. Auch wenn ich mir einen Job im Team Management nie hätte vorstellen können, umso mehr macht mir gerade die Organisation und Planung sehr viel Spaß.


Women in Basketball

Bildquelle: fortune.com (2015)


Für mich ist es extrem wichtig, dass Frauen im Profisport immer sichtbarer werden; nicht nur als Athletinnen, sondern eben auch in Managementpositionen. Es sollte dabei auch keine Rolle spielen, ob in "Männersportarten" oder nicht. Wenn ein Mann eine Frau oder weibliche Mannschaft coachen oder managen kann, dann steht für mich außer Frage, dass das andersrum genauso geht. Ich finde es deshalb unfassbar wichtig, dass es aktuell so viele positive Beispiele gibt, die zeigen, dass das möglich ist: Becky HAMMON als Assistant Coach bei den San Antonio Spurs, Kathleen KRÜGER als Teammanagerin beim FC Bayern oder Tori MILLER (College Park Skyhawks/Atlanta Hawks Affiliate) und Amber NICHOLS (Capital City Go-Go/Washington Wizards Affiliate) als General Manager bei ihren jeweiligen NBA G-League Clubs.

#2021. Mein erstes Jahr im Profisport ist vorbei. Ich habe kein Sportmanagement studiert, selber nie Basketball gespielt. Dass ich nach meinem Studium letztes Jahr bei den Basketball Löwen gelandet bin, war reiner Zufall. Dass ich den Job habe, den ich mache, ist keiner. Ich weiß, was ich kann.

Es ist schön, das zu lesen - aber ich freue mich auf den Tag, an dem das keine Schlagzeile mehr sein wird. Die Tatsache, dass Strukturen im Sports Business häufig zum Nachteil von Frauen historisch so gewachsen sind, lässt sich nicht von der Hand weisen. Das heißt aber noch lange nicht, dass das für immer so bleiben oder akzeptiert werden muss. Es darf keine Rolle spielen, ob jemand männlich, weiblich oder divers ist, sondern es sollte einfach nur darum gehen, ob jemand seinen Job gut macht. Meiner Meinung nach muss sich einfach von der Vorstellung oder sogar Erwartungshaltung gelöst werden, dass ein biologisches Geschlecht bestimmte Eigenschaften mit sich bringt. Männer sind nicht automatisch vollkommen rational und knallhart und Frauen nicht zwingend emotional und empathisch. Wenn der Lebenslauf an sich überzeugt, sollte der eigentliche Anspruch sein, dass eine Person menschlich in die Organisation passt.


Damen-Basketball?

Bildquelle: rosa-mag.de (2020)


Auch wenn es wirklich spannend ist, welchen Hype vor allem die WNBA in den USA gerade erfährt, bleibt oft leider wenig Zeit, sich damit richtig zu beschäftigen und auch den Damen-Basketball wirklich zu unterstützen. Mir selbst ist es sehr wichtig, mich mit den aktuellen Spielern und der Liga gut auszukennen, um bei unseren Posts bzw. den dazugehörigen Bildunterschriften die entsprechenden Hintergrundinformationen oder auch mal Fun Facts liefern zu können. Deshalb beschäftige ich mich dann eher noch einmal fokussiert mit den anknüpfenden Wettbewerben wie der EuroLeague, EuroCup, Champions League oder Europe Cup. Wenn man bereits so viel Sport konsumiert und vielleicht auch keinen direkten Bezug hat, weil man selbst nie gespielt hat, fehlt einem oft einfach die Kapazität, sich darüber hinaus mehr als nur oberflächlich mit weiteren Ligen auseinanderzusetzen. Natürlich verfolge ich trotzdem gerne gerade Spielerinnen wie Satou SABALLY (2020 2nd Pick in der WNBA und deutsche Nationalspielerin), die sich über ihre Leistungen hinaus auch sozial noch stark engagieren.

Obwohl die easyCredit BBL natürlich nicht das gleiche mediale Interesse wie die NBA auf sich zieht, wäre es denke ich wichtig auch in Deutschland solche Synergien zu schaffen, um am Ende nicht mit einer ähnlich großen Lücke wie im Fußball zwischen Herren- und Frauenbundesliga dazustehen.

Wenn sich eine sinnvolle Möglichkeit bietet, bin ich allerdings gerne auch wie zuletzt sofort bereit, Content zum Support für unsere Damen-Basketball Mannschaft in Braunschweig auch über unsere Kanäle laufen zu lassen. Für die letztjährige Saison war sogar ein Doppelspieltag mit Eintracht LionPride geplant, der dann leider aufgrund von Corona nicht stattfinden konnte.

Ich finde es aber sehr gut und auch wichtig, wie sich NBA-Spieler für ihre weiblichen Kolleginnen stark machen und diese unterstützen, die typischen orangenen Hoodies tragen oder öffentliche Statements dazu abgeben. Obwohl die easyCredit BBL natürlich nicht das gleiche mediale Interesse wie die NBA auf sich zieht, wäre es denke ich wichtig auch in Deutschland solche Synergien zu schaffen, um am Ende nicht mit einer ähnlich großen Lücke wie im Fußball zwischen Herren- und Frauenbundesliga dazustehen. Das wäre vielleicht einfach ein wichtiges Zeichen an die Gesellschaft bzw. nach außen, hier proaktiv vorzugehen.


Bottom Line



Ich denke grundsätzlich gibt es nicht DIE eine Ausbildung, ein bestimmtes Studium oder im allgemeinen einen Werdegang, den man für das Sports Business braucht. Ich habe selbst z.B. nicht direkt Sportmanagement studiert, sondern International Business. Viele Kollegen kommen ebenfalls aus der BWL-Richtung, Verwaltung oder der Eventbranche. Ein gutes Netzwerk ist definitiv hilfreich. Ja, man kann mit Sicherheit auch gezielt auf dieses Berufsfeld hinarbeiten. Was es aber in jedem Fall braucht ist einfach Begeisterung für den Sport. Egal welche Sportart: Wer nicht mit Herz dahinter steht, Eigeninitiative und Interesse am Teamgeschehen, Wettbewerb und dem "Drumherum" zeigt, der ist definitiv falsch - und wird damit letztendlich nicht glücklich werden.

Ich persönlich liebe meinen Job vor allem deshalb, weil kein Tag gleich ist. Es gibt eine gewisse Routine, die man sich vor allem selbst schaffen muss, aber davon abgesehen kann praktisch alles passieren. Für viele wären Dinge wie wenig freie Tage während der Saison, Wochenend- und Nachtarbeit oder eben auch die geringe Planbarkeit wahrscheinlich ein Ausschlusskriterium - für das, was ich dafür (zurück) bekomme, nehme ich diese Dinge aber gerne in Kauf. Ich bin wirklich froh, dass sehr viele glückliche Zufälle dafür gesorgt haben, dass ich im Sport und gerade im Basketball gelandet bin. Auch wenn die Sportbranche nicht das große Geld bedeutet und gerade die Bereiche Team Management und Social Media oftmals eine 24/7 Abrufbarkeit voraussetzen, sind die Spannung, Emotionen und Erfolge das alles für mich wert.

Anna Andre

Managerin bei den Basketball Löwen Braunschweig.

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