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The Last Dance
Beitrag wurde erstellt am Montag, 25. Mai 2020
Autor: Ray Singca |
Entertainment
WHAT. A. RIDE. Eine Woche ist seit den letzten beiden Episoden vergangen. In der Zeit habe ich die gesammelten Eindrücke nochmal Revue passieren lassen. Fünf Wochen war die Basketball-Welt wieder im Bann des Greatest of All Time. Jeden Montag zwei neue Folgen. Ein Fixtermin, dem man förmlich entgegengefieberte.
Auch wenn Negativschlagzeilen mittlerweile im Vordergrund stehen und die Doku ein wenig in den Schatten stellen, war es für mich ein absolutes Highlight. Diesen Run nochmal mitzuerleben, brachte verschiedenste Emotionen und tolle Erinnerungen hervor. Denn neben meinem Vater, hatten JORDAN, PIPPEN, RODMAN und der Rest der 90s Bulls die wohl größten Einflüsse auf mich als Basketballer.
Ich muss gestehen, dass mich die Doku stark in Erinnerungen schwelgen ließ. Viele dieser Szenen versetzten mich wieder in meine Kindheit zurück. Und zwar in die Zeit, als ich mit acht oder neun den Basketball außerhalb des Budo Centers entdeckte. Eine meiner frühesten und aufregendsten Basketballerinnerungen stammt aus dieser Zeit. Und zwar das sechste Spiel der NBA Finals 1997.
Wie bei den anderen Spielen dieser Serie, war meine Mutter pünktlich zu Spielbeginn gegen 02:00 wach, drehte den Fernseher auf, weckte mich und ermöglichte mir erst, dass ich diese Partien überhaupt sehen konnte . Das ganze Spiel hindurch versuchte sie mich wachzuhalten bzw. weckte mich immer wieder, wenn es spannender wurde. Und so dann auch zur Endphase. Eine meiner prägendsten Erinnerungen war das Finish in diesem Spiel. Zum ersten Mal spürte ich den Thrill einer Crunch Time. Ich kann mich an das Time-Out der Bulls erinnern, kann mich daran erinnern, wie ich beim Stand von 86:86 kaum noch auf der Couch sitzen konnte. Dann ging es los. JORDAN mit dem Drive. Double Team. Pass zu KERR. Wurf. Führung. Danach ließ die Nervosität aber nicht nach. Ich zitterte um den Sieg mit. Auszeit. Einwurf für Utah. Pass quer über das Feld. PIPPEN kommt ran, hechtet dem losen Ball nach und tippt ihn zu Toni KUKOC. Dunk. Ende. Fünfte Championship. Dass ich das live miterleben konnte, war eine meiner tollsten Kindheitserinnerungen.
Klar, dass ich die folgende Saison und den letzten Tanz der Bulls dann vom Opening Game bis zum Last Shot intensiv mitverfolgte und mitfieberte Bzw. so intensiv es eben aus Österreich ging . Insgesamt war diese Zeit sehr prägend für mich. Oft stellte ich mir vor für Chi-Town auf Korbjagd zu gehen, das Hardwood des United Centers zu betreten, die Atmosphäre aufzunehmen, um dann das altbekannte "And nooooow..." gefolgt von der Startaufstellung zu hören. Zuerst die Forwards, dann der Big Man in the Middle, dann ich (Sorry, Ron HARPER
) und dann MJ.

So ist es nicht verwunderlich, wieviel mir der Moment bedeutete, als ich 2015 zum ersten Mal im United Center stand, an die Hallendecke blickte und die Championship Banners betrachtete. Für mich hing da eben nicht nur ein Stück Stoff, sondern das Erlebnis "Michael JORDAN", eine Inspiration für meinen basketballerischen Werdegang und nicht zuletzt ein Teil meiner Kindheit. Nostalgie.
The Last Dance, sehr empfehlenswert. Aktuell auf Netflix.