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HomeCourt

Beitrag wurde erstellt am Montag, 2. September 2019
Autor: Ray Singca | Training

 

Für die Offseason habe ich mir heuer etwas Unterstützung aus dem Tech-Bereich geholt. Da ich den Trainingsfokus in den Sommermonaten wieder vermehrt aufs Werfen legen wollte, kam mir dieser Shot Tracker sehr gelegen. Entdeckt habe ich HomeCourt schon vor mehreren Monaten. Da war die App noch relativ frisch. Seitdem hat sich da offensichtlich einiges getan. Neben Investments von NBA-Stars, konnte die Association selbst auch als Partner gewonnen werden.

Die App gibt es in drei verschiedenen Versionen. Free, Plus und Pro. Welche Features in welchem Paket verfügbar sind, seht ihr hier. Für dieses Review habe ich mich direkt für eine monatliche Pro Subscription entschieden. Das Abo ist monatlich ohne Mindestlaufzeit kündbar und zusätzlich bekommt man am Anfang noch zwei Wochen geschenkt. Perfekt also für Workouts im Sommer. Auch den Preis von EUR 8,49 pro Monat finde ich fair.


Requirements

Aktuell ist die Software nur im App Store verfügbar, was ein iPhone oder ein iPad notwendig macht. Empfehlen würde ich zusätzlich noch eine Power Bank, da HomeCourt ziemlich stark am Strom zerrt. Für eine gut verwertbare Aufnahme, wird außerdem ein Stativ empfohlen. Darauf habe ich aber verzichtet und habe mir stattdessen mit einer Handyhalterung für das Auto und Stühlen geholfen. Es geht im Wesentlichen einfach nur darum, dass man aus einer Höhe von rund 150 cm aus aufnimmt. Nur dann kann die App auch Shot Science Daten generieren.


Shot Analysis



Wurfanalysen sind in jedem Paket enthalten. Dabei geht es bspw. um Trefferquoten, Shot Charts, Shot Tracking, Progress Tracker und Video Reviews. Vor allem den letzten Punkt finde ich persönlich sehr interessant, da wirklich von jedem einzelnen Wurf ein Video gemacht wird.


Shot Science



Richtig spannend wird es dann aber bei der Shot Scinece. Dieses Feature ist aktuell ausschließlich in der Pro-Version enthalten. Zu den oben genannten Funktionalitäten werden zusätzlich folgende Daten generiert: Shot Type, Release Time, Release Angle, Leg Angle, Speed, Vertical. Und das dann für JEDEN einzelnen Wurf!


Training Drills



Zur Auflockerung oder auch als neue Trainingsidee, schlägt auch die App einige Drills vor. Aktuell gibt es da verschiedene Übungen etwa von Steve NASH oder Joe HARRIS. Den Teil fand ich persönlich ganz nett gemacht, auch wenn ich ihn selbst nicht genutzt habe. Ich kann aber sehen, dass es zwischendurch auf jeden Fall interessant sein kann. Auch, weil es nicht nur Shooting sondern auch Ball Handling Drills sind.


Gamification



Um dran zu bleiben, wurden auch Gamification-Elemente implementiert. Wie in vielen (Fitness) Apps bereits üblich, kann man auch hier Badges für Performances freischalten. Darüber hinaus veranstaltet HomeCourt auch immer wieder Competitions, in denen man Sachpreise (bspw. Basketbälle) gewinnen kann. Nett gemacht!


Review



Es hat viel Spaß gemacht, mit dieser App zu arbeiten. Dadurch das einfach jeder Wurf meiner Offseason protokolliert wurde, habe ich nun (endlich) Aufzeichnungen über Trefferquoten oder auch Shot Charts, worauf ich zukünftige Sessions aufbauen kann. Ebenso find ich es ganz stark, dass echt jeder Wurf aufgenommen wurde, sodass ich mir die Shooting Form, die Beinarbeit und andere Elemente genauer ansehen kann. Man sieht dadurch einfach, in welche Richtung man sich durch das Training entwickelt.




Interessant aber für den Laien vielleicht etwas zu viel, finde ich die Shot Science Daten. In erster Linie aber, weil ich für diese KPIs einfach keine Benchmarks habe. Zwar gibt es in der App ein paar kleine Hinweise, wie den durchschnittlichen Release Angle bei Stephen CURRY's Wurf. Beim Speed wird dann aber Derrick ROSE als Beispiel herangezogen, der in seiner MVP-Saison regelmäßig 20 mph vor dem Wurf erreichte. Wenn man selbst dann aber stets mit unter 10 mph unterwegs ist, finde ich einen Vergleich mit diesem Wert einfach nicht sehr aussagekräftig. Ich vermisse da ein paar relevantere Vergleichswerte. Ebenso wie individuelle Hinweise die zeigen bei welchem Winkel, welcher Geschwindigkeit oder welchem Vertical man am treffsichersten war. Das würde ich für eine sinnvolle Ergänzung halten. Genutzt habe ich die Shot Science Daten somit ausschließlich um zu prüfen, ob ich bei den Workouts annähernd gleiche Werte erreichte und die Wurfbewegung schlussendlich konstant blieb.

Grundsätzlich muss man aber sagen, dass die App gut funktioniert und sowohl in der Halle als auch auf dem Streetball-Platz zuverlässige und vollständige Shot Tracking Ergebnisse liefert. Schwierigkeiten hat HomeCourt nur dann, wenn das Netz nicht oder nur teilweise vorhanden ist. Dann kann es passieren, dass die App einen Versuch als Fehlwurf wertet, wenn er "zu sauber" durch den Ring geht. Bei der Shot Science ist es ein wenig komplexer. Während für Release Angle, Leg Angle, Speed und Vertical konstant Ergebnisse geliefert werden, kann das Programm hin und wieder Probleme bei der Kategorisierung eines Wurfs haben. Vor allem bei der Unterscheidung zwischen "Off the Dribble" und "Catch & Shoot" können Fehler passieren. Auch kann die Release Time ab und zu fehlen. Ich schätze das kommt vor, wenn man in der Aufnahme nicht deutlich genug erkennen kann, wann der Ball aufgenommen bzw. losgelassen wurde.



Im Hinterkopf behalten sollte man noch, dass durchgehend gefilmt wird. Dadurch hatte ich bei einigen Workouts das Problem, dass das Handy zu heiß wurde und sich in Kombination mit der Umgebung (direkte Sonne, heiße Halle, etc.) zeitweise ausgeschaltet hat und folglich die Aufnahme beendet wurde. Das war natürlich sehr ärgerlich. Geholfen hat mir dann, die Bildschirmhelligkeit während dem Workout auf sehr niedrig zu stellen und auf Low Power Mode zu gehen. Dadurch ließen sich dann auch längere Aufnahmen problemlos machen.

Unterm Strich eine tolle App, die viele Daten zum eigenen Wurf liefern kann. Darüber hinaus bietet die Software auch einen Team Mode, bei dem man andere Spieler in eine Mannschaft zusammenfassen kann. Dadurch lassen sich dann auch gemeinsame Shooting Sessions filmen und auswerten. Ausprobieren kann ich auf jeden Fall empfehlen. Nutzt man es dann regelmäßig, könnte die kostenlose Version sogar schon ausreichend sein. Es entfällt zwar die Shot Science, aber die habe ich im Endeffekt für eine Aussage über meine persönliche Trainingsqualität gar nicht herangezogen.

Ray Singca

Co-Founder, Vereinsobmann und Guard bei den Vienna Paladins.

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