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Basketballspielen in der philippinischen Community
Beitrag wurde erstellt am Montag, 7. Januar 2019
Autor: Alan Mabesa |
Career
Hallo zusammen! Ich heiße Alan Anthony MABESA, bin 32 Jahre alt und spiele als Center bei den Vienna Paladins. Es freut mich, nun meinen ersten Blog-Post für den Verein schreiben zu dürfen. Das Thema habe ich nach Absprache mit dem Vereinsobmann Ray SINGCA, selbst ausgewählt, da mir dies besonders am Herzen liegt.

Meinen ersten Kontakt mit Basketball, hatte ich schon im Alter von drei Jahren. Damals noch als Zuschauer meines Vaters in der damaligen philippinischen Liga im Budo Center. Zusammen mit meiner Mutter feuerten wir ihn an und freuten uns am Ende sogar über den Meistertitel. Mit acht Jahren habe ich meinen ersten Basketball geschenkt bekommen und die ersten Dribblings und Wurfversuche unternommen. In dem Alter galt mein Interesse aber eher dem Sammeln von NBA-Basketballkarten. Spieler wie Michael JORDAN, Shaquille O'NEAL waren neben meinem Vater, meine Basketball-Idole.
Vienna 87, war 1999 dann schließlich mein erster Verein. Dort konnte ich nicht nur die Basics (z.B. Sternschritt oder Korbleger) erlernen und festigen, sondern auch das erste Mal das Spielen diverser Spielzüge im Team kennenlernen. Einige Jahre später, bin ich dann bei den Vienna Paladins angekommen. Ich spiele seit dem Gründungsjahr 2012 beim Big Orange, musste mich davor allerdings in einem Try-Out beweisen. So viel dazu. Aber was macht das Basketballspielen in dieser Community eigentlich aus?

Auf den Philippinen ist Basketball eine Nationalsportart und das ist wohl auch der Hauptgrund, warum das hier in der Community in Wien die bevorzugte Sportart ist. Obwohl Filipinos mit ihrer Durchschnittsgröße nicht die besten Voraussetzungen für Basketball mit sich bringen, ist die Leidenschaft und Liebe zu dem Sport der Grund, warum nahezu überall auf den Philippinen Basketball gespielt wird. Vergleichsweise hat Basketball hier in Österreich bei weitem nicht denselben Stellenwert wie z.B. Fußball oder der Skisport. Erst seit dem Sprung von Jakob PÖLTL in die NBA, liest man in den österreichischen Medien immer wieder mal Artikel über Basketball.
Im Laufe der Zeit haben sich in der philippinischen Community mehrere Möglichkeiten ergeben, um organisiert in einem Team Basketball zu spielen. Anfang der 90er duellierten sich bereits sechs verschiedene Teams im Budo Center (heute Hallmann Dome). Hinzu kamen immer wieder kleinere Turniere verschiedener religiöser Glaubensgemeinschaften.

Im Jahr 2008 und 2009 ein kleiner Neustart mit den Turnieren der Philippine Basketball Series. Mit 2011 gelang über die FBW League (Filipino Basketball in Wien) dann endgültig das Comeback des Filipino Basketballs in Wien. Nur ein Jahr später, nahmen die Vienna Paladins dann auch schon das erste Mal an der philippinischen Liga teil und setzten sich nach hohen Erwartungen am Ende gegen elf andere Teams durch und holten den Meistertitel.
In der Liga fanden die Spiele entweder an Samstagen oder Sonntagen statt. Jedes Wochenende waren Spiele angesetzt und diese Gamedays waren auch gleichzeitig Hotspots der philippinischen Community. Freunde, Familienangehörige oder einfach Basketballinteressierte füllten Hallen teilweise bis zum letzten Platz. Die Vienna Paladins spielten ihr erstes Finale bspw. sogar vor sicherlich 500 Zuschauern.
Der Big Orange war nach dem ersten Jahr definitiv das Team welches es zu schlagen galt. Dies führte dazu, dass die Hallen bei Spielen der Paladins regelmäßig gut besucht waren und mit der Zeit die Zuschauer sogar darauf warteten, das Team endlich verlieren zu sehen. Darüber hinaus war es auch buffetmäßig ein richtiges Highlight. An Spieltagen hatte man die Möglichkeit philippinische Speisen zu kaufen, um am Ende des Tages sogar gut gesättigt nach Hause fahren zu können!

Wenn ich den philippinischen Basketball in Wien mit einem Wort beschreiben würde, dann wäre es definitiv Entertainment. Besonders reizvoll macht das Spielen für mich hier die Anerkennung in der philippinischen Community. Wenn man in der Öffentlichkeit sogar angesprochen wird, ob man nicht bei den Vienna Paladins spielt, ist das schon toll. Super ist auch, dass ich bei den Paladins mittlerweile mit Freunden spiele und bei Spielen in der philippinischen Community sogar vor einer Zuschauerkulisse mit einer gewissen Größe.
Wenn ich an persönliche Highlights denke, dann sind das für mich vor allem Blocks in einem Spiel. Natürlich auch wenn man im Spiel seinen Beitrag zu einem Sieg leistet (Punkte, Rebounds, Steals, Assists oder eben Blocks). Mein größtes Highlight mit den Paladins war aber sicherlich der Titelgewinn in der voll gefüllten Halle.
Zum Schluss, möchte ich noch ein herzliches Dankeschön für die Möglichkeit loswerden, meine Erfahrungen mit der philippinischen Community hier im Paladins Blog teilen zu dürfen.