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Ref Life
Beitrag wurde erstellt am Montag, 25. Dezember 2017
Autor: Stefan Jäger |
Officiating
Mein Weg zum Schiedsrichter startete mit den einfachen Worten: "Wir brauchen einen Pflichtschiedsrichter, hast Lust?", des Managers meines damaligen Vereins in St. Pölten. Nach kurzer Überlegung, entschied ich mich dann dazu die Ausbildung zu beginnen. Dies ist nun mehr als 10 Jahre her und die Lust und Freude am Pfeifen ist geblieben.

Mittlerweile stehe ich seit 3 Jahren im Kader des ÖBV und leite Spiele in den unterschiedlichsten Landesverbänden und Ligen. Ebenfalls pfeife ich Spiele im Schulbasketball und auch Spiele in der MBL (Mixed Basketball Liga).
Zu meinen größten Highlights, die ich in meiner Karriere erleben durfte, gehört sicherlich meine Teilnahme als Schiedsrichter an der FIMBA World League in Zadar (Kroatien). Ich durfte als erster österreichischer Schiedsrichter an einem Event der FIMBA teilnehmen und bekam aufgrund meiner guten Leistungen auch eines der Topspiele in der +40 Kategorie, das Halbfinale zwischen Russland und Italien (mehrmals Welt- und Europameister) sowie das Damenfinale in der +40 Kategorie zwischen Deutschland und Russland.

Die größte Herausforderung eines Schiedsrichters ist es, sich auf jedes Spiel neu einzustellen, sich einen neuen Gameplan herzurichten und diesen auch umzusetzen. Manchmal gelingt das sehr gut, manchmal erwischt man den falschen Plan und manchmal passieren unerwartete Dinge, die man auch nicht vorhersehen kann. Das alles macht die Herausforderung aus, ein Schiedsrichter zu sein. Wir sind Part of the Game und wollen, wie auch die Spieler, immer unser Bestes geben. Aber genauso wie den Spielern, passieren auch uns Fehler. Fehler, die mehr wahrgenommen werden, als die der Spieler, weil wir als Schiedsrichter immer mehr im Mittelpunkt stehen und immer die Emotionen aller Beteiligten abbekommen. Schiedsrichter müssen in einem Spiel ca. 700 Kontakte erfassen und dann entscheiden, was ein Foul ist und was nicht. Für mich als Referee ist es das schönste und beste Kompliment, wenn am Tag nach dem Spiel niemand mehr weiß, wie die Schiedsrichter hießen, die gepfiffen haben.

Seit 7 Monaten habe ich die große Ehre die Schiedsrichteransetzungen im NBBV (Niederösterreichsicher Basketballverband) machen zu dürfen. Seit dieser Saison bin ich auch Mitglied im Team des Wiener Schiedsrichterreferenten Christoph ROHACKY. Gemeinsam haben wir eine Strategie entwickelt, wie wir die jungen und neuen Schiedsrichter in beiden Landesverbänden besser ausbilden und fördern können. Ein besonderer Teil dieser Ausbildung sieht vor, dass wir bei Mini-Turnieren im WBV dabei sind und dort die jungen Schiedsrichter (zwischen 9-12 Jahren) vor Ort begleiten und ihnen helfen.
Ebenso bin ich seit mehr als 10 Jahren in der Organisation des UBC St. Pölten eingebunden und habe in dieser Zeit mehrere Höhen und Tiefen miterlebt. Vom Abstieg aus der ersten Liga, bis hin zum Meistertitel in der 2. Bundesliga, habe ich sehr viele emotionale Erfahrungen sammeln dürfen.

Schlussendlich sind diese ganzen Erfahrungen auch meine Hilfe als Schiedsrichter, um meinen Job nach bestem Wissen und Gewissen machen zu können. Ich habe in meiner Karriere als Referee im österreichischen Basketball schon sehr viel gesehen aber ich erlebe fast jedes Wochenende in den diversen Hallen neue Dinge und freue mich noch auf viele Jahre als Schiedsrichter.